Inhaltliche Beschreibung
Diese Veranstaltung widmet sich ganz den diabetesassoziierten Komplikationen, die bei den Patienten auftreten können. Den Anfang macht Dr. Stolze, der das Bild der Retinopathie beleuchtet. Von Pathophysiologie bis Diagnose und Therapie wird er dieses Krankheitsbild genau erläutern und Beispiele aus der Praxis zeigen. Im zweiten Teil zeigt uns Dr. med. Hannes Rietzsch, wie das Krankheitsbild der Neuropathie bei Diabetespatienten aussieht. Auch er wird alle Aspekte rund um Entstehung und Therapie beleuchten und anhand von Beispielen aus der Praxis veranschaulichen. Anschließend besteht wieder die Möglichkeit, mit dem Referenten und den Teilnehmern über das besprochene Thema in den Austausch zu kommen. Prof. Peter Schwarz begleitet die gesamte Veranstaltung und abschließende Diskussion in seiner Position als wissenschaftlicher Leiter.
Kurzer Einblick
Den Anfang machte Dr. Gabriel Stolze vom Klinikum in Chemnitz zum Thema Retinopathie. Als Einstieg in das Thema erklärte er die anatomischen Grundlagen des Auges. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass 50% aller Diabetespatienten weltweit eine Retinopathie entwickeln und dass diabtische Makulaödeme der häufigste Grund für Sehverlust darstellt.
Erfahren Sie, welche Symptome deutliche Hinweise für retinale Komplikationen sein können und welche Risikofaktoren das Auftreten dafür beschleunigen können. Dr. Stolze zeigte sehr anschaulich, welche diagnostischen Methoden aktuell zur Verfügung stehen und wir uns bereits jetzt die KI sehr effektiv unterstützen kann. Die zahlreichen Fotographien von Fallbeispielen veranschaulichten die wissenschaftlichen Aussagen von Dr. Stolze sehr. Natürlich hat er auch die therapeutischen Möglichkeiten anhand von Fallbeispielen erklärt. Entscheidend ist allerdings immer eine engmaschige Kontrolle von Risikopersonen, was zugegebenermaßen in manchen Regionen nur schwer umsetzbar ist. Aber auch dafür hat Dr. Stolze mögliche Lösungswege aufgezeigt.
Im zweiten Teil des Abends hat Dr. med. Hannes Rietzsch uns einen Exkurs in die Neuropathie gegeben. Er ist nun mittlerweile über 30 Jahre an der diabetischen Fußambulanz an der Uniklinik in Dresden tätig und vermittelt dieses Thema mit viel Herzblut.
Erfahren Sie, durch welche unterschiedlichen Mechanismen der Diabetes zur Neuropathie führt und warum bereits 30% der Typ-2-Diabetiker bei Diagnosestellung schon erste Anzeichen einer diabetischen Polyneuropathie zeigen. Sehr dramatisch beschreibt Dr. Rietzsch die zahlreichen Begleitkomplikationen einer Neuropathie, angefangen von Verdauungsbeschwerden, über Sexualstörungen bis hin zu Schlafapoe und Hypertonie. Besonders tragisch ist die Aussage, dass bereits geschädigte Nerven nicht wieder hergestellt werden können und somit lediglich eine Schmerztherapie zur Linderung der Beschwerden führen kann und das therapeutische Ziel darin liegt, weitere Schädigungen zu verhindern. Dabei ist es ganz entscheidend, Nervengifte wie Alkohol und bestimmte Weichmacher und Medikament zu vermeiden. Auf der Seite des Diabetes ist es natürlich von großer Bedeutung, die Blutzuckerwerte gut einzustellen. Denn jede Blutzuckerentgleisung schädigt weitere Nervenzellen.